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Naturliebe Bolivien


Abenteuer Südamerika - 5 Wochen mit dem Rucksack durch Peru, Bolivien und Chile

 

Teil 2 - Bolivien

 

Floating Islands

 

Nach unserem Trip durch den Süden Peru's, machten wir uns über den Titcacasee auf den Weg nach Bolivien. Unterwegs nach Copacabana stoppten wir in Puno, um die "Floating Islands" zu besichtigen. 

Hier handelt es sich wortwörtlich um (bewohnte) schwimmende Inseln, von Ureinwohnern mitten auf dem Titicacasee aus Halmen gebaut. Die meterlangen Halme werden wöchentlich aufgefüllt. 
Die Islands sind auf jeden Fall einen Besuch wert - wir durften sogar eine Insel betreten, Zimmer der Bewohner sehen und uns wurde viel über Kultur und Lebensweise erklärt. Ein kleines Highlight waren auf jeden Fall die kleinen Katzenbabies, von denen konnte ich mich kaum losreißen.

Dazu sagen muss ich aber, dass es zwar sehr interessant war die Inseln zu sehen, doch das Ganze ein wenig für Touristen aufbereitet wirkt. Die Lebensumstände werden aufgrund des Tourismus in Kauf genommen, viele der Bewohner wandern nach und nach aufs Festland ab.

 

Copacabana & Isla del Sol

 

Mit Copacabana meine ich nicht das bekannte Touristenziel in Rio de Janeiro, sondern ein Städtchen auf einer Halbinsel direkt am Titcacasee gelegen, inmitten der Grenzregion Peru/Bolivien auf über 3800m Höhe. Im Gegensatz zum Stadtteil der brasilianischen Küstenmetropole, geht es hier eher ruhig zu.

Die meisten Backpacker bleiben hier nur kurz als Zwischenstop auf der Reise Cusco - La Paz, von Copacabana ist La Paz nur mehr circa 150km entfernt. Deine Zeit kannst du hier gut nutzen, um am Strand etwas abzuspannen, nächtlichen Lagerfeuern beizuwohnen  oder durch die Schmuckläden zu stöbern und ganz besondere Schätze zu finden.

 

Von Copacabana aus kann man die Isla del Sol besichtigen, auch die Sonneninsel genannt. 

Der Name entstand aus der Legende von Manco Capac, dem allerersten Inka. Dieser sei von dem Sonnengott auf diese Insel geschickt worden, um hier das Inkareich zu gründen.

Boote fahren zweimal pro Tag, nach ca. 90 Minuten erreicht man die Insel.
Direkt am Anfang unser Wanderung über die Sonneninsel, mussten wir die vielen Inka-Treppen meistern, ich für meinen Teil hatte zum ersten Mal wirklich mit der sehr sehr dünnen Anden-Luft kämpfen.
Während der Wanderung über die Insel, hat man tolle Ausblicke über das Meer und naheliegenden Inseln. Außerdem trifft man unterwegs viele Alpakas, Lamas und auch Esel, aber aufgepasst - die Inselbewohner mögen es nicht so gerne wenn man ihre Tiere streichelt.


- Tips -

 

Unterkunft:                ° Ecolodge Copacabana - Traumhaft schön, natürlich und familiär angelegt,

                                             aber etwas weiter außerhalb gelegen

 

Organisatorisches:  ° Den Trip nach Isla del Sol kann man noch im Peru-Hop buchen,

                                               ist auch mit Übernachtung auf der Insel möglich


 

La Paz  

 

 La Paz so als Stadt an sich, ist nun wirklich keinen langen Aufenthalt wert. Von vielen wird es als "Bolivia's Dirthole" bezeichnet. Lärm, Schmutz und Armut sind mir als erste Asoziationen im Gedächtnis geblieben.
Es handelt sich hier um den Regierungssitz Boliviens, der auf ca. 3500m Höhe im Hochland Altiplano liegt. Wenn einem nicht schon die Luft wegen der Höhenmaße wegbleibt, dann spätestens beim Fahren auf den schmalen Straßen, die steil aufwärts oder eben abwärts führen, da der Stadtkern inmitten eines Tals liegt. 

 

Wir haben La Paz mehr als Ausgangsort für Unternehmungen genutzt, innerhalb der Stadt waren wir eher weniger unterwegs.

Aber wenn man hier ist, sollte man sich den zweitgrößten Markt der Welt nicht entgehen lassen; den Feria el Alto. Hier kann man wirklich ALLES finden - von Autoteilen, bis hin zum Sexspielzeug.

 

Tolle Ausflüge in den bolivianischen Dschungel kann  man von La Paz aus unternehmen, wie auch den Trip zur Deathroad - El Camino de la Muerte - der gefährlichsten Straße der Welt. Ich würde empfehlen die Touren direkt im Hostel zu buchen, wir haben alles ein bis zwei Tage vorher flexibel buchen können.
Bevor ich nach La Paz gekommen bin, war ich fest entschlossen keinen Fuß auf die Deathroad zu setzen.

a) bin ich kein Fan vom Fahrradfahren, geschweige denn gut darin und b) haben mir Berichte die ich in Deutschland schon gelesen hatte, die Strecke wahnsinnig dramatisiert dargestellt und mir ziemliche Zweifel bereitet. Nach der Entscheidung es doch zu machen und aus meiner Komfortzone rauszukommen, muss ich im Nachhinein sagen - die "Straße des Todes" war eine der coolsten Erfahrungen überhaupt.

Man muss natürlich dazu sagen, dass es tatsächlich nicht nur eine Legende ist, wie viele Menschen auf der Deathroad ums Leben kamen. Es handelt sich um eine extrem schmale, circa 65km lange Straße, die für Gegenverkehr nicht ausgelegt ist. Sie grenzt direkt am Abgrund und ist komplett ohne Leitplanken gebaut. Die Wetterbedingungen sind auch meist eher suboptimal; Nebel und Regen erschweren das Sehen und Fahren. Bevor die heutige Umgehungsstraße gebaut wurde, kamen jährlich ungefähr 300 Menschen pro Jahr ums Leben.

Doch wir stellten uns dem Adrenalinkick und bereuten es keine Sekunde - wunderschöne Ausblicke, beeindruckende Natur und extrem viel Spaß sind in diesem Abenteuer inkludiert.
Besondere Mountainbike-Skills muss man nicht mitbringen,; wie gesagt, ich selbst bin eigentlich keine begeisterte Fahrradfahrerin. Hier geht es aber großteils Downhill, den Rest muss man eben einfach durchbeißen. Von Nichts kommt eben Nichts ;-)

 


- Tips -

 

Unterkunft:                 ° Wild Rover Hostel - entspannte Atmosphäre, coole Bar mit
                                              Theme-Parties, zentral gelegen

 

Organisatorisches:  ° Wir haben die Deathroad bei Altitude Biking gebucht (im Wildrover Hostel) und
                                               waren sehr zufrieden damit

                                             ° Auch unsere 3-tägige Tour durch die Saltflats haben wir gleichzeitig dort

                                               gebucht

 

Foodies & Drinks:     ° Klasse Burger im Wild Rover
                                             ° Street Food von den Ständen auf einem der Märkte, leckeres Gebäck!
                                             ° Frischer Ananas- oder Orangensaft von den Straßenständchen

 


 

Salar de Uyuni - Die Salzwüsten Boliviens

 

Hier haben wir uns für eine 3-tägige Jeeptour durch die unvergesslichen Weiten der größten Salzwüsten der Welt entschieden, mit Drop Off an der Grenze nach Chile. Los ging es mit dem Nachtbus von La Paz nach Uyuni. Dort wurden wir dann unseren Autos zugeteilt, wir waren mit zwei Jeeps á  6 Personen unterwegs. 

 

_Tag 1_
Wir starteten mit einem Stop beim Zugfriedhof in Uyuni - dem Cemeterio de Trenes - nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und machten einen kurzen Halt bei einem Handwerksmarkt, der nicht besonders aufregend war. Anschließend ging es endlich ab in die Salzwüsten, zum Mittagessen hielten wir einfach in Mitten dieser, umgeben von nichts als weißem Kristallboden. Definitiv die beeindruckendste Location in der ich jemals gegessen habe. Nachdem wir alles wieder eingepackt hatten, fuhren wir tiefer in die Wüsten, besuchten ein Hotel komplett aus Salzstein gebaut, von innen wie von außen.
Natürlich standen auch Fotoshootings in den Saltflats auf dem Programm - die horizontlosen Weiten werden genutzt, um optische Täuschungen auf Bildern zu schaffen. Die Tourguides kennen sich ganz genau aus wie man es lebensecht erscheinen lässt, dass der kleine Plastikdinosaurier die ganze Tourgruppe jagt.

Weiter geht es zur Isla Incahuasi, eine kleine Insel voll mit jahrhundertealter Kakteen, die wie aus dem Nichts aus dem weißen Nichts auftaucht. Die Sonne knallt direkt auf die Insel, deswegen ist Sonnencreme selbst für die kurze Besichtigung von vielleicht 20 Minuten schon sehr zu empfehlen. Umgeben von den Mengen an Kakteen hatten wir einen unglaublichen Ausblick auf das langsame Untergehen der prallen Sonne.
Unsere Unterkunft für die erste Nacht lag in über 3500m Höhe in einem Salzhostel, das eher Hotelstandard hatte und wirklich wirklich schön war.

  

_Tag 2_

Den zweiten Tag der Tour starteten wir mit der Besichtigung eines fast 6000m hohen aktiven Vulkans, dem Ollague. Umgeben von nichts als der rötlichen Steinwüste und Bahngleisen, bietet der Vulkan eine tolle Kulisse. Wenn man Glück hat, kann man ab und an sogar Rauch aufsteigen sehen.

Den weiteren Tag verbrachten wir hauptsächlich damit, verschiedene Lagunen aller möglichen Farben zu bestaunen. Ob grün, türkis oder rot - die Farbenpracht der Gewässer macht dieses Erlebnis einzigartig.
Mir persönlich hat die Laguna Canada mit am besten gefallen; eine wunderschöne Szene mit einer Menge von Flamingos, glitzerndem Wasser und einem einfach einzigartigem Naturspiel.
Das Highlight war aber natürlich die Laguna Colorada, ein flacher See im Nationalpark Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abraha. Auf ca. 4200m Höhe erstreckt sich die Lagune und leuchtet in einem auffälligen Rot. Die Farbe entsteht anscheinend durch einer Algenart die in dem Wasser wächst, wie auch aufgrund des hohen Mineralgehalts. Aber egal wieso und weshalb - die Laguna Colorada ist absolut und definitiv einen Besuch wert! - nur eine dicke Jacke sollte man am Aussichtspunkt tragen, da der Wind bitter böse sein kann.

Nach einem ereignisreichen Tag voller Naturwunder und unvergesslichen Ausblicken, fuhren wir zu unserer Unterkunft, einem Steinhaus mitten im Nirgendwo ohne fließend Wasser und kaaalten Nächten. 


_Tag 3_

Zum letzten Tag der Tour mussten wir besonders früh aufstehen, um den Sonnenaufgang vom Sol de Manana Geysire miterleben zu können. Auf den fast 5000m Höhe wird die Luft dann noch einmal besonders dünn, aber die brodelnden Geysire bei aufgehenden Sonnenstrahlen sind etwas Einmaliges. Doch aufgepasst, zu den Dämpfen und dem köchelnden Schlamm sollte man ein wenig Sicherheitsabstand wahren.
Anschließend fuhren wir zu den Thermalquellen Thermas de Polque, heiße Quellen inmitten der Salzwüsten mit herrlichem Ausblick auf die umliegende Berglandschaft. Doch man muss mit vielen Menschen rechnen und sollte nicht von unberührter Natur ausgehen, das Ganze ist schon sehr den Touristen angepasst.

Zuletzt düsten wir ein wenig durch die Salvador-Dali-Wüste, eine Steinwüste die  durch verschieden schattierte Felsen geprägt ist. Die bunten Färbungen entstehen anscheinend durch Oxidierungen. Ich persönlich konnte aber nicht erkennen, wieso die Wüste den Namen des katalanischen Künstlers bekam.

Daraufhin wurden wir an der Grenze zu Chile abgeladen und konnten von dort ohne Probleme in unser nächstes Transfermittel einzusteigen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Leonie (Freitag, 06 April 2018 23:19)

    Heyhey darf ich fragen worüber du die Tour in Uyuni gebucht hast und was es gekostet hat?�